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Sternentiere

Abschied von Idris


Abschied von Idris – für all die, die am Ende noch Liebe finden Heute nehmen wir Abschied von Idris.

Von einer Hündin, die bis zur letzten Sekunde ihres Lebens bei ihrem geliebten Frauchen Gudrun geschützt, geliebt und bestens versorgt war. Von einer Seele, die so viel kämpfen musste und doch nie aufgehört hat, an die Menschen zu glauben. Idris ist letztes Jahr schwer an Diabetes erkrankt. Wochenlang haben wir sie immer wieder in die Klinik gebracht. Nicht einmal. Nicht zweimal. Sondern immer wieder. Weil wir ihr Leben retten wollten. Sie war fast verhungert. Sie hatte wahnsinnig abgebaut. Sie war beinahe blind. Und sie war nur noch ein Schatten ihrer selbst. Und doch hat sie eines niemals verloren: Ihre große Liebe zu den Menschen. Und ihren Wunsch nach einem eigenen Zuhause. Deshalb haben wir für Idris einen Hospizplatz gesucht. Einen Ort ohne Kampf. Einen Ort ohne Angst. Einen Ort voller Würde, Wärme und Geborgenheit.

Bei Gudrun durfte Idris genau dieses Glück finden. Dort war sie nicht der „kranke Hund“. Dort war sie Familie. Dort war sie geliebt. Wir sind unendlich dankbar, dass wir sie in ihrer letzten Woche noch einmal persönlich besuchen durften. So konnten wir Abschied nehmen von einem ganz besonderen Hund, mit dem wir gemeinsam gekämpft haben, damit sie dieses große Glück noch erleben darf. Leider hat die Diabetes in ihrem Körper zu viele Schäden angerichtet. Ihre Zeit war begrenzt. Und trotz aller Hilfe, aller Fürsorge und aller Liebe ist ihre Uhr nun abgelaufen.

Doch Idris soll nicht einfach nur gegangen sein. Sie soll gesehen werden. Denn sie steht für all die Hunde, die erst am Ende ihres Lebens erfahren, was Liebe wirklich bedeutet. Sie wurde geliebt. Nicht irgendwann. Nicht ein bisschen. Sondern mit allem, was man geben kann, wenn man weiß, dass Zeit kostbar ist. Sie bekam Nähe, wenn ihr Körper schwach wurde. Sie bekam Wärme, wenn die Welt zu kalt war. Sie bekam Geborgenheit, wenn die Kraft langsam ging. All das, was sie ein Leben lang entbehren musste, durfte sie am Ende noch erfahren: Zuhause. Sicherheit. Ankommen. Denn gerade die Hunde, die so lange verzichtet haben, brauchen in ihren letzten Wochen mehr als nur Pflege. Sie brauchen Liebe, die bleibt. Hände, die halten. Herzen, die nicht mehr loslassen.

Ihre letzten Tage waren kein Warten auf das Ende, sondern ein Ankommen im Leben. Und genau das ist es, was wir ihnen schenken können: nicht mehr Zeit, aber bessere Zeit. Zeit, die sich wie Liebe anfühlt. Idris war sanft, aber voller Leben. Mit ihrem offenen Blick. Mit ihrer freundlichen Art. Mit diesem kleinen süßen Zahn, der aus ihrem Mäulchen herausgestanden ist und sie so unverwechselbar gemacht hat. Sie war freundlich. Aufrichtig freundlich. Ohne Angst. Ohne Härte. Nur mit Vertrauen. Sie war Liebe pur. Ohne Bedingungen. Ohne Forderungen. Ein Herz, das einfach nur lieben wollte.

Und genau deshalb erzählen wir ihre Geschichte. Weil sie zeigt, wie wichtig es ist, gerade den Schwächsten am Ende alles zu geben, was sie ein Leben lang vermissen mussten. Idris, du warst da. Du warst geliebt. Du bist geliebt. Und du wirst für immer in unseren Herzen bleiben.

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